VARIABLE STROMTARIFE
+ DYNAMISCHE NETZENTGELTE
= GÜNSTIGER STROM
Strom in Deutschland besteht aus drei Teilen: Energie, Netzentgelt und Steuern/Abgaben. Zwei davon sind heute zeitvariabel — der Börsenpreis (dynamischer Tarif) UND das Netzentgelt (§14a EnWG Modul 3, seit 2025). Wer beide nutzt und seinen Verbrauch in Stunden verlagert in denen beide günstig sind, spart deutlich.
DREI TEILE,
EIN PREIS
1. Energie
Was der Stromhandel an der Börse kostet — schwankt täglich. An sonnigen Mittagen kann er sogar negativ werden.
2. Netzentgelt
Was du für den Transport zahlst — regional sehr unterschiedlich (8–15 ct/kWh), seit 2025 zeitvariabel nach §14a EnWG.
3. Steuern & Abgaben
Stromsteuer, KWKG-Umlage, §19-Umlage, Konzessionsabgabe, Mehrwertsteuer — alles fest und gleich für alle.
Bei einem typischen Festtarif zahlst du immer ~30 ct/kWh — egal wann. Bei einem dynamischen Tarif verändert sich nur Teil 1 (und ggf. Teil 2 zeitvariabel) — du kannst das nutzen indem du in den günstigsten Stunden lädst/wäschst/kochst.
DIE NETZ-
ENTGELTE
Was du für den Strom-Transport zahlst — also dafür dass der Strom über die Leitungen vom Kraftwerk zu dir nach Hause kommt. Klingt nebensächlich, ist aber einer der größten Posten auf deiner Rechnung — und seit 2025 dynamisch.
Regional sehr unterschiedlich
In Norddeutschland (viel Wind, wenig Verbraucher) sind die Netzentgelte deutlich höher als in NRW oder Bayern. Mehrere tausend Verteilnetzbetreiber, jeder mit eigener Preisliste.
Zeitvariabel seit 2025
Wer eine steuerbare Anlage hat (Wallbox, Wärmepumpe, Speicher), bekommt reduzierte Netzentgelte — abhängig von der Zeit (Modul 2/3) oder pauschal (Modul 1).
Dieses Jahr günstiger
Die Bundesregierung subventioniert die Übertragungsnetzentgelte 2026 mit 6,5 Mrd €. Für einen 3.500 kWh-Haushalt heißt das ca. 100 € weniger auf der Stromrechnung.
§14a EnWG — Was Module 1, 2, 3 bedeuten
Modul 1: Pauschal-Rabatt
Pauschaler Rabatt auf das Netzentgelt (~190 €/Jahr). Im Gegenzug darf der Netzbetreiber im Notfall die Leistung deiner steuerbaren Anlage drosseln.
Modul 2: Reduziertes Arbeitsentgelt
Statt Pauschale: deutlich reduziertes Arbeitsentgelt für die steuerbare Anlage (typisch 60% weniger). Lohnt bei hohem Verbrauch.
Modul 3: Zeitvariabel
Ab April 2025: zeitvariables Netzentgelt — günstig in „Schwachlast"-Stunden (Nacht, Mittag), teurer im Abendpeak. Perfekt für Speicher mit KI-Steuerung.
Quelle: Bundesnetzagentur, BNetzA-Beschluss zu §14a EnWG. Gilt für Neuanlagen (Wallbox, Wärmepumpe, Speicher) ab 2024.
DREI ZEITFENSTER
PRO TAG (MODUL 3)
Das Netz hat Reserve — z.B. nachts oder mittags wenn Solar Überschuss bringt. Du zahlst stark reduziertes Netzentgelt.
Reguläres Netzentgelt — der größte Teil des Tages.
Abend-Peak: alle Haushalte verbrauchen gleichzeitig. Erhöhtes Netzentgelt.
Genaue Zeitfenster und Cent-Werte legt jeder Netzbetreiber selbst fest. Die typischen Bereiche stehen oben.
14 NETZBETREIBER
IM ÜBERBLICK
Hier die wichtigsten Verteilnetzbetreiber in Deutschland mit ihren Schwachlast-Zeitfenstern. Wer in diesen Stunden lädt, zahlt deutlich weniger Netzentgelt — meist als „Steuerbare Verbraucher"-Tarif nach §14a EnWG Modul 3.
⚠ Werte Stand Anfang 2025 — nicht verbindlich, bitte beim Netzbetreiber gegenchecken
Netzentgelte werden jährlich zum 1. Januar angepasst. Für 2026 sind die Beträge bei vielen Netzbetreibern wegen einer 6,5-Mrd-€-Bundes-Subvention um ~20% gesunken. Beispiel: Netze BW Arbeitspreis 2026: 7,57 ct/kWh (Quelle: netze-bw.de). Die Schwachlast-Zeitfenster bleiben meist gleich, aber die Cent-Werte verändern sich. Diese Tabelle ist als groben Orientierungspunkt zu verstehen — verbindliche Werte stehen nur auf dem aktuellen Preisblatt deines Netzbetreibers.
| Netzbetreiber | Region | Standard | Schwachlast |
|---|---|---|---|
| Bayernwerk Netz | Bayern | 8,75 ct | 0,88 ct (−7,9) |
| Stadtwerke München | München | 11,04 ct | 4,41 ct (−6,6) |
| LEW | Bayern | 6,99 ct | 0,70 ct (−6,3) |
| Netze BW GmbH | Baden-Württemberg | 11,58 ct | 4,63 ct (−7,0) |
| NetzDienste Rhein-Main | Frankfurt a.M. | 12,54 ct | 5,02 ct (−7,5) |
| Hamburger Energienetze | Hamburg | 14,41 ct | 5,76 ct (−8,7) |
| Schleswig-Holstein Netz | Schleswig-Holstein | 10,41 ct | 1,05 ct (−9,4) |
| Stromnetz Berlin | Berlin | 11,86 ct | 4,15 ct (−7,7) |
| EWE NETZ GmbH | NRW/NDS/SA/HE | 5,82 ct | 0,58 ct (−5,2) |
| Avacon | NRW/NDS/SA/HE | 10,79 ct | 1,08 ct (−9,7) |
| WestNetz | West-DE | 11,88 ct | 1,19 ct (−10,7) |
| Rheinische Netzgesellschaft | Köln | 6,87 ct | 2,06 ct (−4,8) |
| Mitnetz | BB/SA/SN | 8,95 ct | 0,99 ct (−8,0) |
| e.Dis | BB/MV | 10,29 ct | 1,04 ct (−9,3) |
Lese-Hilfe: Standardpreis zahlst du immer. Schwachlast-Preis bekommst du nur in den angegebenen Stunden — und nur in den genannten Quartalen. Beispiel Netze BW: zwischen 10–14 Uhr in Q2+Q3+Q4 zahlst du nur 4,63 ct statt 11,58 ct (= 7 ct/kWh weniger). Bei einem 30-kWh-Speicher der täglich in der Mittagspause lädt: ~770 €/Jahr Ersparnis allein beim Netzentgelt.
Daten Stand 2025/Anfang 2026. Aktuelle Tarife direkt beim Netzbetreiber prüfen — Konditionen ändern sich jährlich.
FAMILIE MÜLLER,
BAYERN
4-Personen-Haushalt in Augsburg, 4.500 kWh Stromverbrauch / Jahr, 30-kWh-Batteriespeicher mit KI-Steuerung. Netzbetreiber: Bayernwerk Netz. Vorher: konstanter Festtarif. Jetzt: dynamischer Stromtarif (Tibber) + Modul 3.
Vorher: Festtarif
Nachher: Dynamisch + Modul 3
SPEICHER LÄDT 00–05 UHR (Schwachlastfenster Bayernwerk):
RESTVERBRAUCH zu Standard-Zeiten:
Das sind ~32% weniger Stromkosten — bei gleichem Verbrauch und Wohnkomfort. Der Speicher macht's möglich, indem er den Großteil des Verbrauchs in günstige Stunden verlagert. KI-Steuerung von BESSTVolt sorgt dafür dass das automatisch passiert.
Annahmen: Bayernwerk Netz Schwachlast-Tarif (00–05 Uhr), durchschnittl. dynamischer Energiepreis 5 ct/kWh nachts vs. 12 ct/kWh tags, 60% Verbrauch via Speicher in günstige Stunden verlagert. Bei höherem Verlagerungsgrad (z.B. mit Wallbox + Wärmepumpe) entsprechend mehr Ersparnis.
FESTTARIF
vs DYNAMISCH
Festtarif
~28-35 ct/kWh dauerhaft
Dynamischer Tarif
5-40 ct/kWh — folgt der Strombörse
ANBIETER
DYNAMISCHER TARIFE
Stand 2026 — der deutsche Markt für dynamische Stromtarife wächst schnell. Konditionen ändern sich häufig, also vor Wechsel immer auf der Anbieter-Seite gegenchecken.
⚡ Wer reicht Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt) weiter?
Modul 1 + 2 sind seit Januar 2024 verfügbar. Modul 3 (zeitvariable Netzentgelte) ist seit 1. April 2025 verpflichtend — alle Netzbetreiber müssen es anbieten. Die Lieferanten-Integration läuft schrittweise: Tibber, Rabot Energy, Ostrom setzen es aktiv um, automatisches Umschalten sobald dein Netzbetreiber das Zeitfenster freigegeben hat. Im Zweifel: bei deinem Anbieter oder Netzbetreiber den Status erfragen.
Quellen: Tibber Support, Bundesnetzagentur (BNetzA-Beschluss §14a EnWG)
Tibber
Schweden, in DE seit 2018
- • Sehr beliebte App, intuitiv
- • Pulse-Hardware fürs Echtzeit-Monitoring
- • Direkt-Steuerung von Wallbox/Speicher per API
Marktführer in DE — gute Wahl für Einsteiger.
Octopus Energy
UK-Mutter, deutscher Markt seit 2023
- • Tracker (komplett dynamisch)
- • Go (E-Auto-spezifisch mit niedrigem Nachttarif)
- • Heat (Wärmepumpe)
Mehrere Tarif-Varianten — gut wenn du E-Auto oder Wärmepumpe hast.
aWattar
Österreichisch, in DE aktiv
- • HOURLY-Tarif (1:1 Börsenpreis + Marge)
- • gute App für Vorhersage
- • kein Vertragsbindung
Für Tech-Affine, aber etwas höhere Marge.
Rabot Energy
Deutsch, fokussiert auf Speicher
- • Speicher-zentrierter Tarif
- • Eigene Steuer-Software
- • Direkt mit Speicher-Hardware integrierbar
Ideal wenn du eh einen Speicher hast oder kaufen willst.
eprimo Dynamic
E.ON-Tochter (großer etablierter Versorger)
- • etablierter Anbieter mit deutscher Hotline
- • Tagespreis-Anzeige
- • normaler Wechselprozess
Konservative Option für die jenigen die einen großen Anbieter wollen.
Stromee Dynamic / Lekker Dynamic
Kleinere und mittelgroße Anbieter
- • Wettbewerb mit großen Marken
- • oft attraktive Konditionen für Wechsler
Vergleich lohnt — Konditionen ändern sich häufig.
Hinweis: Die hier genannten Margen und Gebühren sind Richtwerte aus 2026 und ändern sich. Verbindlich ist immer der jeweils aktuelle Anbietervertrag.
VORAUSSETZUNGEN
FÜR MODUL 3
Smart Meter (iMSys)
Beantragst du beim Messstellenbetreiber. Pflicht ab 6.000 kWh/Jahr, freiwillig für jeden möglich.
Steuerbare Verbraucheranlage
Wallbox, Wärmepumpe oder Stromspeicher (Heimbatterie). Diese Anlagen sind nach §14a EnWG steuerbar zu betreiben.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Du wählst Modul 1, 2 oder 3 (oft kombinierbar). Modul 3 wird dann zeitvariabel abgerechnet.
Lieferant der weitergibt
Tibber, Rabot Energy, Ostrom u.a. setzen Modul 3 aktiv um. Bei Festpreis-Tarifen geht das nicht.
WANN
LOHNT SICH'S?
Mit Speicher / Wallbox
Du verschiebst große Verbräuche automatisch in günstige Stunden — der Hebel ist groß.
Beispiel: 5.000 kWh/Jahr Eigenverbrauch + 30 kWh-Speicher mit KI-Steuerung. Erfahrungswerte zeigen: 30-50% Stromkostenersparnis ggü. Festtarif sind realistisch — also ~400-700 €/Jahr bei einem typischen Haushalt.
Ohne Steuerung
Du müsstest manuell schalten — schwierig im Alltag.
Selbst wenn du Waschmaschine und Geschirrspüler bewusst tagsüber laufen lässt, sind die Einsparungen ggü. Festtarif meist gering (~50-150 €/Jahr). Ohne Speicher oder smarte Geräte ist der Aufwand hoch und der Effekt klein.
BEREIT FÜR
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